

1. Einleitung
Eine katholische Bücherei in der heutigen modernen Zeit hat einen Auftrag, den man mit drei Stichworten kurz umschreiben kann: Qualifiziert, profiliert, für alle. Qualifiziert heißt: Die Auswahl beschränkt sich nicht nur auf Kinderbücher, Romane und Sachbücher, es werden auch Kassetten, CD’s und CD-ROM’s angeboten. Profiliert heißt: Das Angebot katholischer Büchereien heute stellt eine freie Auswahl aus allen Sachbereichen gemäß einem christlichen Verständnis von Mensch, Welt und Gott zur Verfügung. Für alle: Ist wörtlich zu nehmen. Die Bücherei ist jedem zugänglich, gleich welcher Religion oder Nationalität.
2. Mitarbeiterinnen
Die Bücherei wird bereits seit mehreren Jahren durch ein dreiköpfiges Leitungsteam (Brigitte Hotz, Waltraud Meyer und Jutta Röttges) geführt. Unser Team bestand im vergangenen Jahr aus 20 Frauen, die in rund 2.030 Arbeitsstunden ehrenamtlich und unentgeltlich die Bücherei betreuten.
Zu Beginn des letzten Jahres haben wir eine langjährige Mitarbeiterin verabschiedet: Elisabeth Mevissen. Sie hat insgesamt 40 Jahre ehrenamtlich in der Bücherei gearbeitet, seit 1977 in der Wiedereröffneten. Ein solch langes Engagement ist in der heutigen Zeit eine Seltenheit. Hier sei dafür nochmals gedanktt.
3. Medienangebot
Insgesamt konnten 6.651 Medieneinheiten entliehen werden. Um den Bestand für den Nutzer übersichtlich, aktuell und somit auch attraktiv zu präsentieren wurden 794 Medien neu eingestellt. Im Gegenzug wurden 1.206 Medien aussortiert, weil sie veraltet, abgegriffen, defekt oder nicht mehr gefragt waren.

4. Ausleihe
19.080 Ausleihen wurden verbucht. Besonders positiv fallen die Ausleihzahlen bei der Kinder- und Jugendliteratur auf. Der gesamte Bestand der Bücherei wurde 2011 insgesamt 2,9 mal umgesetzt. Das eine Steigerung um 0,3.

5. Leser und Besucher
Die Bücherei hatte insgesamt 515 aktive Benutzer. Insgesamt meldeten sich 84 neue Leser an.
Über 11.000 Besucher besuchten die Bücherei während der insgesamt 294 Öffnungsstunden im Jahr 2011.
Die Leser werden bei der Suche nach geeigneter Literatur unterstützt. Sie erhielten mündlich und telefonisch, seltener auch schriftlich, Auskunft auf ihre Anfragen. Medien wurden vorbestellt oder im Rahmen der Fernleihe besorgt.
6. Leseförderung
Bereits seit vielen Jahren besucht uns einmal in der Woche ein Jahrgang der Grundschule. Ansonsten ist der Kontakt zur Schule fast eingeschlafen. Blockausleihen der Schulklassen finden nur noch selten statt. Wir werden den Schulen unser Angebot noch mal in Erinnerung rufen und mit gezielten Aktionen, die sich insbesondere an Eltern und Lehrer der Kinder wenden, weiter fördern.
Auch die Aktion „Bibfit“ wurde fortgeführt und so konnten wir im vergangenen Jahr wieder beide Kindergärten im Ort gewinnen, so dass wir etwa 40 Vorschulkinder für „bibliotheksfit“ erklären konnten. Bei mehreren Besuchen lernten die Vorschulkinder die Bücherei kennen und erhielten beim abschließenden Büchereifest alle einen eigenen Leseausweis, den sie auch weiter nutzen können.
Trotz intensiver Bemühungen, durch unsere Veranstaltungen mit Schule und Kindergärten das Lesen für Kinder und Jugendliche bis zum Verlassen der Grundschule und darüber hinaus zu fördern, nimmt die Anzahl der aktiv lesenden Kinder und Jugendlichen ab, wenn sie die Grundschule verlassen. Wir werden also in unseren Bemühungen nicht nachlassen, Kinder und Jugendliche für das Lesen zu Begeistern.
7. Veranstaltungen
Wie auch schon in den vergangenen Jahren haben wir im Frühjahr wieder eine kombinierte Buchausstellung durchgeführt. Hierbei konnten unter anderem Bücher zu aktuellen Themen (Fastenzeit, Ostern, Erstkommunion und Frühling) bei uns erworben werden. Die Erlöse daraus zeigten, dass unser Medien- und Geschenkartikelangebot gut ausgesucht war.
Im Mai und Juli präsentierten wir uns mit einem Stand auf der Landpartie und auf dem Bücherbummel und verkauften dort unsere ausrangierten und gespendete Medien. Der Erlös wurde in die Anschaffung neuer Bücher und die Umgestaltung unserer Jugendbuchecke investiert.
Im September boten wir im Rahmen der Kinderferienspaßaktion „Indianer in der Bücherei“ an. Hierbei wurden etwa 35 Kindern im Pfarrhausgarten von uns Indianergeschichten vorgelesen. Eine „fast echte“ Indianerin, Lydia Seidel, bastelte zusammen mit Frau Hauf mit den Kindern Traumfänger und stellte indianische Spiele vor. Stärken konnten sich die Kinder mit indianischem Popcorn, das wir frisch zubereitet hatten, und Marschmallows, die man im Feuer rösten konnte. Anschließend bestand noch die Möglichkeit der Ausleihe in der Bücherei.
Im Oktober 2010 starteten wir in unserer neu eröffneten Seniorenresidenz im Hagenland mit Seniorennachmittagen. Hierbei wurden von Brigitte Hotz, Ursula Mueser und Jutta Röttges Kurzgeschichten und Gedichte bekannter Autoren vorgelesen und mit den Bewohnern Lieder gesungen. Die Lieder wurden von Ursula Mueser mit der Flöte oder Gitarre begleitet. Diese Aktion haben wir Beginn mit der Sommerferien 2011 leider vorerst eingestellt, da die Vorlesenachmittage nur von wenigen Bewohnern angenommen wurden. Die in unserer Senioreneinrichtung lebenden Personen haben überwiegend demenzielle Erkrankungen und können Kurzgeschichten nur wenig folgen und profitieren von unserem Angebot daher nur gering. Wenn der Bau des angrenzenden neuen Hauses (Seniorenwohnungen und betreutes Wohnen) abgeschlossen ist, werden wir voraussichtlich einen neuen Versuch starten.
Im Oktober fand wieder eine Autorenlesung für Erwachsene statt. Im vergangenen Jahr konnten wir Sebastian Stammsen begrüßen. An einem Freitagabend saßen etwa 20 Personen im Gewölbekeller unseres Pfarrheims beisammen und lauschten gespannt seinen Krimigeschichten. In der Pause konnte man sich mit Rotwein, alkoholfreien Erfrischungen, Käsehäppchen und anderen Knabbereien stärken.
Darüber hinaus haben wir wie auch schon in den letzten Jahren im November eine große Buchausstellung organisiert. Hierbei konnten Medien aus allen Bereichen käuflich erworben werden. Die Erlöse daraus zeigten uns, dass wir ein umfassendes Medienangebot hatten.
Am 1. Adventssonntag ist in Wachtendonks Stadtkern immer Weihnachtsmarkt. Die katholische und evangelische Pfarrgemeinde luden die Besucher des Weihnachtsmarktes wieder ein, sich einen Moment auf das zu besinnen, was den Glanz und das Licht der Adventszeit ausmacht. Diese Gelegenheit nutzen wir seit einigen Jahren und bieten einen Tag der offenen Tür an. Hier bestand vor allem die Möglichkeit, die bei der Buchausstellung bestellten Medien abzuholen.
In der Adventszeit ist die Herbergssuche und das Singen entsprechender Adventlieder ein alter christlicher Brauch, der bis heute in vielen Familien gepflegt wird. In unserer Kirchengemeinde wandern die alten Wankumer Krippenfiguren von Maria und Josef jeden Abend zu einer anderen Familie oder Gruppe weiter. Hier findet eine kurze gemeinsame ökumenische Andacht statt, es wird gebetet, besinnliche Texte vorgetragen und Adventslieder gesungen. Mitte Dezember bildete die mit gut 40 Personen besuchte Herbergssuche in der Bücherei, gestaltet vom Büchereiteam den Abschluss der Veranstaltungen im Jahr 2011. Vorbereitet hatte die Herbergssuche Jutta Röttges, die Texte der Herbergssuche sprachen Waltraud Meyer und Jutta Röttges. Die musikalische Begleitung mit der Flöte übernahm Ursula Mueser. Anschließend konnte man sich bei Glühwein, Weihnachtstee und Gebäck noch ein wenig unterhalten.
Die Internetseite der Bücherei wird seit ihrer Erstellung im Jahr 2006 von Brigitte Hotz als Web-Masterin gepflegt. So können sich alle Interessierten laufend über aktuelle Termine und Neuerungen in der Bücherei informieren.
Mit verschiedenen Artikeln wurde in der regionalen Presse, im Pfarrbrief „Brücke“, sowie auf den Internetseiten der Pfarrgemeinde und der Bücherei über die Veranstaltungen in der Bücherei hingewiesen und berichtet. Auch auf aktuelle Termine oder Neuerungen wurden hier aufmerksam gemacht.
Für das Jahr 2012 haben wir auch wieder einige Projekte geplant.
Die Aktion „bibfit“ wird wieder mit beiden ortsansässigen Kindergärten anlaufen.
Wir werden wahrscheinlich wieder mehrere Veranstaltungen für Kinder anbieten.
Auch wollen wir wieder eine Autorenlesung für Erwachsene im Herbst anbieten. Der Termin steht noch nicht fest.
Darüber hinaus werden wir auch wieder an verschiedenen Aktivitäten des Werberinges im historischen Ortskern teilnehmen um die Bücherei auch nach außen hin zu präsentieren.
Unter den weiteren Veranstaltungen werden auch wieder unsere beliebten Buchausstellungen, Büchertische und vieles mehr sein.
Die Termine geben wir rechtzeitig bekannt.
10. Schlusswort
Unser großer Dank geht zunächst an unsere Mitarbeiterinnen, aber auch an das Bistum Münster, die Kirchengemeinde St. Marien und die Gemeinde Wachtendonk, die unsere Arbeit vor allem finanziell unterstützt haben. Wir hoffen, dass wir auch im Jahr 2012 wieder mit Ihrer aller Hilfe für unsere Leser ein attraktives Angebot bereithalten können.
Wachtendonk, im Januar 2012